9. September 2008: Eua Island, Kampf mit der Schabe und “4-Wheel-Drive-Tour” (Jeeptour) ueber die Insel
Tja, wo war ich stehen geblieben… ah ja bei Gottfried. Als wir abends nach dem Dinner uns in unser Zimmer zurueckzogen, waren wir leider nicht allein. Eine ca. 8 cm lange Kakerlake (oder so was aehnliches mit Fuehlern), Gottfried (benannt nach einem sehr nervigen Oesterreicher, den Katja im Hostel auf Tongatapu traf), sass ueber Katjas Bett.
Das fand Katja nun gar nicht toll und ich versuchte die Schabe zu vertrieben und bespruehte sie mit Insektenspray (Codename: der Obstler) und ploetzlich begann das Vieh zu fliegen, ich hatte keine Ahnung, dass diese Viecher das koennen. Leider landete Gottfried direkt auf Katjas Kissen, aber mit einem erneuten Obstlerangriff, verscheuchten wir sie dann endgueltig nach draussen und hofften beide, dass sie nie wieder zurueckkehren wuerde.
Am folgenden Tag stand dann eine Inselrundfahrt im Allrad-Gelaendewagen an. Wir freuten uns beide auf einem gemuetlichen Trip in einem Jeep. Leider entpuppte sich der Gelaendewagen, als altersschwacher Truck und wir (8 Personen) mussten auf der Ladeflaeche auf Holzbrettern und Reissaecken Platz nehmen, was unseren Hintern und Ruecken nicht besonders gut tat. Wir sahen auf dem Trip ziemlich alle Sehenswuerdigkeiten von Eua. Wie z.B. spektakulaere Kliffs, Palmenplantagen, ueberhaupt Plantagen von allen moeglichen Fruechten und Gemuesesorten, Felsgaerten und Felsboegen.
Die Mittagspause verbrachten wir an einem herrlichen Schnorchelstrand und ich sprang natuerlich und zum ersten Mal ins 25 Grad warme Wasser, das war wie ne Badewanne! Ich hatte leider keine Schnorchel dabei, aber man konnte durch das glasklare Wasser tropische Fische und Korallen sehen. Seifa, unser tonganischer Fuehrer, servierte uns noch Papayas und holte fuer jeden von uns eine Kokosnuss vom Baum.
Lecker, lecker kann ich euch sagen, direkt aus der Nuss zu trinken, hmmm. Uebrigens befindet sich in der Kokosnuss nur Kokoswasser keine Kokosmilch. Zur Milchherstellung wird das Kokosfleisch solange zerstampft, bis es nur noch ein Brei ist, daraus wird dann Milch gemacht. So, hab also meinen Lehrauftrag zur Kokosnuss wieder mal erfuellt
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Nach dem Strand gings dann zu den Steingaerten und ueber einem kurzen Fussweg durch den Dschungel zu einem grossen Felsbogen direkt am Meer. Anschliessend statteten wir einer der Hoehlen Euas (smoking cave) einen Besuch ab. Eua ist vor allem fuer seine Hoehlen bekannt. Die letzte Station war dann der groesste Baum der Insel, der wirklich fantastisch aussah, er erinnerte mich an die Eisbaerenszene bei “Lost” in der ersten Staffel.
Um 17.30 Uhr kamen wir, reichlich durchgeschuettelt und sonnenverbrannt (vor allem Katja), von unserer Inseltour zurueck. Den Sonnenuntergang verbrachten wir mal wieder am Walausguck und sahen auch wieder ein paar Humpbackwale vorbeischwimmen. Dort trafen wir auf Julian und Tina, zwei Zahnmedizinstudenten aus Aachen, die die letzten zwei Monate auf Tonga in medizinischer Mission unterwegs waren. Die beiden klaerten uns komplett ueber die Zaehne der Tongans auf und wie die medizinischen Einrichtungen hier aussehen. Wir quatschten noch ziemlich lange ueber Gott und die Welt und hatten auch Cindy, die kleine rote Lodge-Katze staendig bei uns.
Zum Dinner gab es wie jeden Abend die Auswahl “Chicken or Fish” in verschiedenen Ausfuehrungen und ich sag euch, nach einer Woche ist man froh, mal wieder Nudeln mit Sosse zu essen.
Spaeter hiess es dann wieder ab ins Bett und … Ueberraschung Gottfried war wieder da, zusammen mit Christa und einem namenlosen kleinen Gecko. Da Katja und ich nun mal Maedels sind und vor Insekten Angst haben, baten wir Julian, die Schabe zu toeten, was auch erst gelang, leider erwachte Gottfried wieder zum Leben. Naja, die Nacht war dann geplagt von gelegentlich Aufschreien meinerseits, da die Schabe direkt ueber meinem Kopf sass, Christa blieb wenigstens in ihrer Ecke.
10. bis 12. September 2008: Eua Island, Sonnenbrand, Faulenzen am Strand und Lesen, was das Zeug haelt
Naja, nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht standen nun unsere 3 Erholungstage an. Das hiess fuer uns: nichts tun, faul am Strand rumliegen, lesen, schnorcheln, schwimmen, Wale beobachten und nicht von einer Kokosnuss erschlagen werden. Unsere Lodge lag zwar direkt am Meer, der naechste Strand war allerdings ein 10 Minuten Fussmarsch entfernt. Gut gelaunt und essenstechnisch durch eine Papaya versorgt, machten wir uns in unseren Strandoutfits auf zum Beach. Auf dem Weg dahin, trafen wir hin und wieder auf Einheimische und vor allem die Kinder (und auf Eua gibt es echt waaaahnsinnig viele Kinder) lassen immer alles stehen und liegen, wenn sie dich, die “Palangi” (weisse Leute) treffen und schreien froehlich “Hallo”.
Unser “Hausbeach” war echt wunderschoen, so, wie man sich Straende in der Suedsee halt vorstellt, Palmen, strahlend blauer Himmel, tuerkisblaues Wasser und Wellenrauschen.
Da Katja einen ganz schoenen Sonnenbrand hatte und aussah wie ein Hummer, hiess es fuer sie: Ab in den Schatten! Ich hingegen blieb bisher von der Sonne verschont und war noch ein ziemliches Weissbrot. Das sollte sich allerdings aendern, beschloss ich und legte mich am Anfang fett in die Sonne, damit ich etwas Farbe abbekam. Da wurde es mir aber auf Dauer zu heiss und so zogen wir uns unter die schuetzenden Baeume zurueck und achteten natuerlich darauf, dass wir nicht unter einer Kokospalme lagen. Vorsicht Nuss! Die meiste Zeit lasen wir, ich hatte ja endlich “Diabolus” von Dan Brown aus Deutschland bekommen und hatte das Buch genau nach 3 Tagen durch.
Am Donnerstag fuhr uns Taki zusammen ein paar netten Australiern, insbesondere muss ich hier James aus Port Stephens, QLD, erwähnen, zu einem etwas weiter entfernten Strand. Auch da war es mal wieder südseeig schön! Allerdings zogen dunkle Wolken und ab ca. 15 Uhr regnete es dann wirklich aus Ströhmen und wir mussten wieder von Taki im Jeep abgeholt worden. Geregnet hat es dann übrigens den ganzen Abend. Tja, ab Ende September beginnt hier die Regenzeit und das merkte man schon ein bißchen.
Gerade, als es richtig heftig regnete, schwammen die Humpbackwale ganz nah ran an unser Riff und wir konnten sie vielleicht aus nur 10, 15 Metern Entfernung sehen, einfach atemberaubend, diese riesigen Wesen so nah zu sehen. 

