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Archive for Oktober 2011

Ein verlängertes Wochenende in Prag

30.09.2011: Gulasch, Absinth und Tschechen-Bier: Tag 1 in Prag
Ich war ziemlich aufgeregt, endlich ging es wieder los. Seit meiner Rückkehr aus Neuseeland hatte ich mir vorgenommen, Europa näher kennenzulernen. Ich habe vielleicht Australien, Neuseeland oder Hawaii schon gesehen, aber ganz ehrlich, viele meiner Nachbarländer kenne ich noch gar nicht. Vor 2 Monaten buchten Eithne (meine Freundin aus Irland) und ich unseren Trip nach Prag über das verlängerte Oktober-Wochenende.
Also stand ich gegen 9 Uhr am Bahnhof auf dem Weg nach Nürnberg. Dort fährt ein Expressbus der Deutschen Bahn direkt nach Prag in nur 3.5 Stunden. In der Warteschlange vor dem Bus gesellten sich auch ein paar Australier aus Westaustralien, die vorher natürlich Halt beim Oktoberfest in München gemacht hatten. Bereits im Zug war mir aufgefallen, dass ich meine Kopfhörer für den MP3-Player vergessen hatte, also vertiefte ich mich in mein Buch, das schon seit gut 3 Monaten bei mir zu Hause auf dem Nachttisch lag. In Prag angekommen, hieß es erstmal, sich zu orientieren, Geld abzuheben und sich ein 3-Tages-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel zu besorgen – ohne Tschechischkenntnisse!
Nachdem das erledigt war, musste ich mich noch für die richtige U-Bahn entscheiden, da ich Eithne von der Dejvicka-Station abholen musste, wo ihr Airport-Bus ankam. Erstaunlicherweise kann ich  mich auf meinem Orientierungssinn immer relativ gut verlassen und so erreichte ich ohne Schwierigkeiten unseren Treffpunkt. Das Treffen selbst war etwas schwieriger, aber nach mehreren Telefonaten fanden wir uns dann doch. 3.5 Jahre hatten wir uns nicht gesehen und… wir hatten uns kaum verändert. Die Wiedersehensfreude war groß und es gab sehr viel zu berichten. Mit der U-Bahn ging es zurück in die Stadt. Das Wetter war einfach fantastisch und richtig warm. Fast 26 Grad und wir hatten beide irgendwie die falsche Kleiderwahl getroffen. Also entschieden wir erstmal zum Hostel zu fahren, uns frisch zu machen und die Klamotten zu wechseln

Das „Hostel Downtown“ lag, wie ihr sicher schon vermutet, sehr zentral in der Altstadt von Prague, cirka 10 Gehminuten von der Karlsbrücke entfernt. Wir könnten weitestgehend alle Touristenattraktionen erlaufen. Beim Check-In meldeten wir uns gleich für die abendlichen Hostel-Aktivitäten an: „Traditional Czech Dinner“ und dem „Prague Pub Crawl“. Es ging dann in den 4. Stock zu unserem 2 Bett Zimmer. Muss schon sagen, dass das Zimmer sehr groß war, mit eigenem Badezimmer für 30 Euro/Nacht war es auf jedem Fall das Geld wert. Wir sprangen beide kurz unter die Dusche und dann ging es eigentlich gleich weiter zum tschechischen Dinner.

Kristian, unser tschechischer Hostel-Guide führte uns in ein tschechisches Wirtshaus. Unsere Gruppe bestand aus einem amerikanischen Pärchen, Robb, der Australier und uns. Wir orderten dann auch gleich typische tschechische Küche. Gulasch, Ente, Haxn mit Knödeln. Man kann die Küche als ähnlich der Bayrischen beschreiben: viel Fleisch, viel Soße und viel Knödel ;). Natürlich gab es dazu das legendäre gute tschechische Bier. Für 2 Bier plus Essen zahlte ich nur 8 Euro. Ich war begeistert!

Um 20 Uhr ging es gleich weiter zum „Pub Crawl“, darunter versteht sowas wie eine Kneipen- und Clubtour, man zahlt einen fixen Betrag und kriegt in jeder Kneipe Freidrinks und in den Clubs freien Eintritt. In der ersten Kneipe gab es eine Stunde lang Freibier und Frei-Shot mit Absinth. Prag oder generell Tschechien ist ja ziemlich berühmt wegen der Herstellung von Absinth. Allerdings ist die heutige kaufbare Version weit weniger gefährlich und bewusstseinserweiternd als die frühere Version, die fast 40 Jahre auch verboten war (Link Wikipedia). Naja, was soll ich noch über diesen Abend sagen. Nur soviel, ich glaub, so betrunken wie an diesem Abend war ich schon seit Jahren nicht mehr, danke an das tschechische Bier! Gegen 2.30 Uhr waren wir dann im Bett, denn schließlich galt es Prag auch bei Tag zu entdecken.

1. Oktober 2011: Von astronomischen Uhren, vielen Kirchen und Brücken und ganz ganz vielen Touristen: Tag 2 in Prag
Eigentlich wollten wir ja früh raus, aber wie das halt so ist, kamen wir erst gegen 11 Uhr los. Unsere erste Sightseeing-Station war die astronomische Uhr am Prager Rathaus. Jede Stunde gibt es dort ein Glockenspiel, das wir sogar noch rechtzeitig mitbekamen. Ganz ehrlich, das Glockenspiel in München oder Würzburg ist wirklich schöner als dieses, aber die meisten Touristen fand es trotzdem toll. Das Prager Rathaus ist Teil des „Old Town Square“ des Altstadt-Marktplatzes. Auf diesem Platz befindet sich die Statue von Jan Hus und 2 Kirchen, die St. Tijn-Kirche und St. Nicolas. Umrahmt von den wunderschön restaurierten alten Wohnhäusern. Langsam aber sich bekamen wir Hunger und waren Mittagsessen in einem mittelalterlichen Restaurant (mit Folterkeller)  in einen der schönen Innenhöfe Prags. Weiter ging es dann am Power Gate (Pulverturm) vorbei, entlang der Moldau, Richtung der Hauptattraktion Prag, der Karlsbrücke.

Leute, ich sage euch, soviele Touristen habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich denke, das lange Wochenende in Deutschland hat viele meiner Landsleute veranlasst nach Prag zu kommen. Das Wetter war einfach traumhaft und so liefen wir über die Brücke, machten Bilder, genossen ein Eis und kamen gegen 7 Uhr wieder zurück ins Hostel. Kristian kochte Wurst-Gulasch für alle Hostelbewohner, das wollten wir natürlich nicht verpassen.
Beim Dinner lernten wir Lupita aus Mexico kennen und weitere nette Leute aus Chile, Iran und den USA. Später am Abend ging es zurück zum Rathaus, wo jeden Samstag abend eine Lasershow auf den Glockenturm projiziert wird. Es wird die Geschichte Tschechien erzählt. Ich fand es sehr interessant. Anschließend machte Kristian mit uns noch eine Stadtour durch das alte jüdische Viertel und erzählte sehr interessante Dinge über das Prager Ghetto. Eithne und ichwollten eigentlich dem Alkohol abschwören, aber es kam alles anders, Lupita hatte ihren letzten Abend in Prag und das wollte sie auch feiern, also zeigte uns Kristian den Weg zu einem netten Pub und dort ging es dann ab. Ich sage nur Tequila und Jägerbomb, ja mehr braucht Katrin nicht um glücklich zu sein ;)! Wir machten die Bekanntschaft von einer großen Gruppe junger Spanier, die lt. Lupita ständig Sauflieder sangen. Es wurde eine große Party, 2 Deutsche vom Nachbartisch gesellten sich auch noch zu uns. Lupita wollte uns noch in die größte Disko Osteuropas schleppen, aber wir verabschiedeten uns noch rechtzeitig vorher. Nach einem Mitternachtsdöner ging es dann für uns wieder ins Bett.

2. Oktober 2011: Wenzel und die Burg: Tag 3 in Prag

Unser dritter Tag brach an und wieder konnten wir uns nur schwer von unserem Bett trennen. Um die Mittagszeit ging es zu Fuß zum Wenzelsplatz, der wohl größte Versammlungsplatz der Tschechen. Wir hatten in einem netten Straßencafè Platz genommen und beobachteten die Leute. Im Anschluss daran gab es die traditionelle Wenzelswurst auf dem Wenzelsplatz. Ach ja, warum dieser Platz so heißt, sieht man, wenn man ihn bis nach oben läuft. Dort steht eine große Statue eben von diesem gewissen Mr. Wenzel. Wiki weiß mehr:

Der Wenzelsplatz in der Mitte von Prag wurde 1848 nach dem Heiligen Wenzel von Böhmen benannt, nachdem er im Mittelalter und der Neuzeit als Rossmarkt (Koňský trh) den Mittelpunkt der Prager Neustadt bildete.

Hinter der Statue ist noch ein großes historisches Gebäude zu bestaunen, das Nationalmuseum, das wir aber zeitlich leider nicht besuchen konnten.

Weiter ging es durch die Stadt zur Straßenbahn. Ja, ich weiß, eigentlich sollte man auf die Prager Burg auch laufen können, aber wir waren zu faul und wir hatten einen 3-Tages-Pass, also warum nicht mit der sehr typischen Prager Straßenbahn Nr. 22 hoch zur Burg? Wir passierten bei der Fahrt einen großen Teil der historischen Altstadt, überquerten die Moldau und dann ging es stetig bergauf zur Prager Burg.

Bevor wir das Burgareal betraten, besuchten wir noch die Royal Gardens, die sich um die Anlage herumschlängelt. Was man von unten nicht sehen kann, dass die Burg auch tatsächlich einen sehr tiefen Burggraben besitzt und wie damals musste man über eine Zugbrücke laufen um die Anlage zu betreten. Hier ein paar Infos zur Prager Burg:

Die Prager Burg (tschechisch: Pražský hrad) bildet das größte geschlossene Burgareal der Welt und liegt auf dem Prager Berg Hradschin. Sie wurde im 9. Jahrhundert gegründet und hat seither ihr Aussehen stark verändert: Generationen von Baumeistern verschiedener Baustile waren daran beteiligt, die einzelnen Etappen der Geschichte hinterließen ihre Spuren. Die Funktion der Burg – Sitz des Staatsoberhauptes – blieb aber stets die gleiche. Heute ist sie offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik. Inmitten der Burganlage befindet sich der Veitsdom.

Den Veitsdom haben wir selbstverständlich besucht und waren sehr beeindruckt von den bunten Kirchenfenstern. Die Burganlage ist einfach nur riesig und nach gut 2 Stunden hatten wir dann auch genug vom Anschauen, nach einem Kaffee machten wir uns an den Abstieg. Eithne besuchte am Abend ein klassisches Konzert im Rudolfinum und ich war, ehrlich gesagt, ziemlich müde und ging ins Bett und holte Eithne um 8 ab.

Zum Abschluss unserer Prag-Reise wollten wir noch einmal essen gehen und gingen zum Italiener. Anschließend war noch etwas Souvenirshopping angesagt, bevor es dann ins Bett ging. Meine Füße waren ziemlich angeschlagen und ich habe gelernt, dass sich Ballerinas und Kopfsteinpflaster nicht vertragen :(.

3. Oktober: Kaffeekultur und noch etwas Sightseeing für mich: Tag 4 in Prag

Es hieß, Goodbye zu sagen zu unserem Hostel, wir mussten gegen 10 auschecken. Eithne musste gegen 12.30 Uhr am Flughafen sein und so genehmigten wir uns noch einen Kaffee und ich brachte sie wieder zur Dejvicka-Station. Von dort aus startete ich einen weiteren Sightseeing-Trip und wollte mich noch ein wenig in  der „Kleinseite“ umsehen, der anderen Fluss-Seite der Moldau. Diese der Altstadt gegenüberliegenden Seite, war in der Geschichte mehrmals abgebrannt und wieder aufgebaut worden. Sehr viele luxuriöse Gebäude und prunkvolle Paläste  und Kirchen sind hier zu sehen.

Mein erster Gang führte mich in die Wallenstein Gardens bzw. zum Wallenstein Palace. Ein wirklich fantastischer Garten mit Figuren und Irrgarten. An den Felswänden im hinteren Teil des Garten befinden sich Felstalaktiten, die wie Gesichter aussahen.

Weiter ging es zur prachtvollen Kirche St. Nikolaus und es gab sehr viele prunkvolle Wohnhäuser zu bestauen. Über die Karlsbrücke gelangte ich dann wieder in die Altstadt, wo ich noch einmal zum „Old Town Square“ lief und alles filmte, das erste Mal hatte ich meine Videokamera nicht dabei. Das Wetter war immer noch fantastisch, wir hatten seit 4 Tagen keine Wolke mehr gesehen. Auch ich konnte dem Shopping nicht widerstehen und erstand ein Gemälde der Karlsbrücke. Auch für mich hieß es jetzt Aufbruch und Goodbye Prag zu sagen. Im Hostel hatte ich meinen Koffer gelagert, mit der U-Bahn ging es zurück zum Hauptbahnhof und dann lange 6 Stunden nach Hause mit Stau und Schienenarbeiten inklusive.

FAZIT: Prag ist eine fantastische Stadt und in 4 Tagen gut zu erkunden. Auf jedem Fall auf gutes Schuhwerk ist zu achten. Die Preise sind ungefähr ein Drittel weniger als im Euroland. Ich bin/war jedenfalls sehr begeistert und werde auf jedem Fall Prag noch einmal besuchen.

Einen lieben Gruß

Eure Lieblingsreisende

Katrin

P.S. Bilder wie immer bei PICASA

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Katrin reist durch die Welt

Reisetagebuch über meinen Alltag in Neuseeland, Australien und Kanada

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