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Archive for Februar 2012

Freitag, 27.01.2012: Von der Hitze in die Hitze

Da saß ich nun im Flieger von Alice Springs nach Melbourne, 2 fantastische Wochen lagen hinter mir und nun kam noch das Sahnehäubchen oben drauf: 4 Tage Melbourne.

Ach, es ist einfach toll, in eine Stadt zurückzukommen, mit der man so gute Erinnerungen verbindet und einfach eine tolle Zeit hatte. Ein ganzes Jahr hatte ich hier verbracht und mich langsam in sie verliebt. Das machte den Abschied aus Alice Springs und der Wüste wengistens etwas leichter.

Der Flug führte mir wieder einmal vor Augen wie riesig Australien ist. Fast 3,5 Stunden flog ich von Alice nach Melbs, da wäre ich schon auf dem halben Weg nach New York von Frankfurt aus. Um 15 Uhr landete ich und der Captain verkündete, dass es angenehme 35 Grad hatte, na das kann man aushalten, da  in Melbourne im Sommer auch öfter Kaltwettereinbrüche vorkommen. Wenn man ein Jahr hier gewohnt hat, kennt man auch den Flughafen wie eine Westentasche und so lief ich schnurstracks zur Gepäckaufnahme und gleich zum Schalter für den Airport Shuttle nach Downtown.

Mit dem Shuttle erreicht man Southern Cross Station in gut 25 Minuten. Dort war auch der geplante Treffpunkt von Katja und mir. Sie war bereits seit Dienstag in Melbourne und sie holte mich ab. Leider war mal wieder Miskommunikation angesagt (Asche auf mein Haupt) und ich wartete draußen an der großen Treppe. Katja wartete direkt am Busterminal, nach wilder Rumtexterei (SMS vom deutschen Handy, „billige“ 70 Euro-Cent) fielen wir uns wieder einmal in die Arme.

Diesmal weigerte sich Katja Teile meines Gepäcks zu schleppen (da sie das komischerweise immer tun muss, wenn wir uns wieder mal irgendwo in der Welt treffen), das war aber kein Problem, ich reiste ja mit leichtem Gepäck um die ganzen Einkäufe, die ich in Melbourne tätigen wollte, auch mit nach Deutschland nehmen konnte. Das Wetter war sehr heiß und schwül. Schwül und heiß mag ich eigentlich nicht so, aber wenigstens ging ein Wind! Wir bestiegen die Tram Richtung Elizabeth Street, wo wir uns mit Meliana treffen würden. Eine, meiner guten Freundinnen in Melbourne.

Sie hörte um 5 das Arbeiten auf, und um die Zeit totzuschlagen ging Katja zu Starbucks und versorgte uns mit kalten/heißen Getränken (Caramel-Frappucchino, I missed you!). Kurz vor 5 erkannte ich bekanntes Gesicht in der Menge und Meliana und ich begrüßten uns herzlich. Dann ging es eigentlich gleich zu Melianas Apartment. Seit ich Melbourne verlassen hatte, ist Meliana in ihr eigenes Apartment umgezogen. Das erste hatte schon eine beeindruckende Aussicht auf die Skyline Melbournes, aber jetzt hatte sie sich signifikant verbessert, Blick direkt auf den Eureka Tower, wow! Hier durfte ich für die restlichen 3 Tage residieren!

Ich machte mich erst einmal frisch und gen0ss die kalte Dusche, dann machten wir uns schon fertig für den Biergarten. Ja ihr hört richtig und wer hier regelmäßig liest, weiß, dass es in St. Kilda einen schönen Biergarten gibt. „Belgian Bier Cafe Bluestone“ heißt das Restaurant mit Garten. Die heiß ersehnten Muscheltöpfe, auf die ich mich schon freute, gab es allerdings nur im Inneren des Restaurant und so genossen wir unsere Muscheln und leckeres belgisches/deutsches Bier. Gegen 23 Uhr ging es dann für uns nach Hause bzw. für Katja ins Hostel, denn am nächsten Tag mussten wir früh raus, denn es ging auf die Yarra Valley Winetour.

Samstag, 28. Januar 2012: Von verpassten Weintouren, Einkaufstrips und Käsespätzle

Um 8.45 Uhr saß ich in der Straßenbahn Richtung Flinders Station. Die Nacht war erholsam, allerdings am Morgen ziemlich heiß, da das Schlafzimmer eine breite Ostfensterfront hatte. Flinders Station ist eigentlich das Zentrum Melbournes, mit dem schönen alten Bahnhofsgebäude, gegenüber die St. Pauls Kirche und wieder gegenüber vom Federation Square, den Versammlungsplatz. Zuerst holte ich mir kalte Getränke für den Tag, sowie Sushi fürs Frühstück ;). Beim SevenEleven traf ich dann auch Katja, gemeinsam gingen wir vor zur Kirche, das war unser Treffpunkt mit dem Weintour-Bus. Dort standen bereits auch schon einige Busse mit Weintouraufschrift, allerdings kein Bus unserer Tourveranstalter.

Nach diversen Rumgefrage konnte uns kein Busfahrer eine eindeutige Antwort geben und nach und nach fuhren die Busse langsam weg und wir waren noch da! Langsam dämmerte uns, dass man uns vielleicht vergessen hatte. Katja hatte eine Nachricht auf dem Handy, das wir aufgrund der Hintergrundgeräusche überhört hatten. Natürlich war die Nachricht von Autopia Tours. Diese fragten uns, wo wir sind. Katja telefonierte ungefähr 5 Minuten mit ihnen und hatte keine guten Nachrichten, die Wine Tour fand durch einen anderen Anbieter statt und diese Busse hatten die St. Pauls Kirche vor gut 15 Minuten verlassen! Auch eine Anfrage, ob der Bus umdrehen würde, war leider negativ, sodass wir unsere Pläne für den heutigen Tag ändern mussten. Katja forderte aber auf jedem Fall ihr Geld zurück, da wir ja vor Ort waren zum vereinbarten Zeitpunkt. Warum fragte uns der Busfahrer nicht noch einmal nach unserem Namen? Alles ungeklärte Fragen und wir waren beide verdammt sauer.

Aber was soll´s, wir waren in Melbourne, es war heiß, also machten wir das Beste aus dem Tag. Da ich noch keine Souvenirs gekauft hatte, gingen wir schnurstracks zum Queen Victoria Market. Es war Samstag und deshalb auch ein großer Andrang. Unsere Ausbeute aus 2 Stunden Souvenirshopping: 1 Outbackhut, 1 Sonnenhut, 3 Kühlschrankmagneten, 2 Aboriginal-Drawings, 2 Aboriginal-Weinhalter, Sachen für die kleinen Nichten und Neffen. Mittagessen gab es diesmal beim großem M (Daniel würde mich dafür hassen).

Danach ging es noch einmal zum Target, um meine Sommerklamottenvorrat aufzustocken. Da ich Meliana versprochen hatte, Käsespätzle für sie zu kochen, wollten wir eigentlich die ganzen Lebensmittel auch in der Stadt kaufen. Entschieden uns aber wegen der Hitze uns in den Remembrance Park zu legen. Melianas Wohnung ist ganz in der Nähe des Shrine of Remembrance und hat einen riesigen Park. Vorher wollte ich noch die Souvenirs „zu Hause“ verstauen. Bevor es in den Park ging, fuhren wir dann doch erst in den Supermarkt um die Sachen einzukaufen, Katja war auch froh, mal wieder ALDI zu besuchen. Dann ging es, lange angekündigt, endlich in den Park um zu lesen und zu bräunen.

Langsam hatten wir Hunger, also gingen wir wieder zurück zum Apartment und ich begann zu kochen. Die Spätzle wurden zugegebenermaßen etwas klobig, waren aber trotzallem sehr genießbar! Wir schauten dann noch etwas Tennis (Damenfinale) und Katja ging dann zurück zum Hostel.

Sonntag, 29. Januar 2012: Das chinesische Neujahrsfestival und Goodbye Katja!

Wir schliefen aus, konnten aber aufgrund der Temperaturen nicht länger als 9 Uhr pennen. Die Hitze hatte eindeutig ihren Höhepunkt erreicht, 38 Grad und schwül wie Sau. Ich war mit Katja gegen 10.30 Uhr in der Stadt verabredet. Pläne hatten wir noch nicht geschmiedet, eventuelle eine Bootsfahrt auf dem Yarra.

Also machte ich mich auf zur Straßenbahn, ich schwitzte schon auf dem Weg dahin. Ich mag einfach kein schwüles Wetter. Ich bin eher ein Fan des Wüstenklimas, heiß und trockener Wind. Ich traf mich mit Katja und wir liefen zum Bootssteg für die Yarra-Rivercruises. Wir entschieden uns dann doch dagegen, da Katja schon eine Cruise am Mittwoch unternommen hatte und die Fahrt zum MCG flußabwärts auch zu kurz gewesen wäre. Also beschlossen wir in den kostenlosen Tourist Bus der Stadt einzusteigen. Am Melbourne Museum stiegen wir aus und liefen durch die Carlton Gardens und fläzten uns auf die Wiese und genossen die heißen Sonnenstrahlen. Für uns beide hieß es Sonne tanken, da wir ja bald zurück in kältere Gefilde flogen (Milford Sound im Sommer ist auch nicht sooo warm). Wir waren um kurz nach 1 mit Meliana verabredet in Chinatown. Dort fand das alljährliche chinesesische Neujahrsfestival statt. Die Russell Street wurde abgesperrt und war voll mit lauter Fressbuden und anderen asiatischen Zeugs, von Carlton Gardens läuft man dahin ungefähr 2 Blocks.

Das Zentrum von Chinatown ist Little Bourke St. und dort trafen wir dann Meliana, was nicht so leicht war, da tausende von Leuten rumwuselten. Katja musste noch aufs Klo und wollte was essen, so gingen wir zum CQ (Shopping-Mall) und um 15 Uhr verabschiedete sich auch von uns. Ihr Flieger nach Christchurch flog kurz nach 18 Uhr. Bye bye Katja, see you somewhere in the world.

Meliana und mich zog es zurück in die Russell Street und zu den Fressbuden. Und da probierten wir uns ganz gut durch. Besonders beliebt waren die „Skewers“ Fleischspieße, verschiedener Sorten, gebraten mit verschiedener Marinade. Sehr lecker! Ein Highlight des Neujahrsfestes ist das Drachenspiel. Jugendliche verkleidet als Drachen gehen von Geschäft zu Geschäft und treiben das Böse aus bzw. Segnen das Haus für ein weiteres Jahr. Das Ganze wird lautstark durch Böller unterstützt. Auf jedem Fall sehenswert! Das Wetter wurde schließlich immer schwüler, dass wir entschieden zurück zum Apartment zu gehen, uns um zuziehen und den hauseigenen Pool zu springen. Die Abkühlung tat spürbar gut und nachdem wir fast durchweicht waren, gingen wir zurück ins Haus. Wir schauten uns dann das um 20 Uhr beginnende Herrenfinale der Australien Open: Djokovic vs Nadal, wobei ich ganz klar für Djokovic war (der sah heißer aus).

Nach fast 6!!! Stunden Tennis gewann dann schließlich Djokovic und wir schliefen schon fast auf dem Sofa ein.

Montag, 30. Januar 2012: Abschied aus meinem geliebten Land und ab ins Reich der Mitte… vorübergehend!

Ich wachte schon sehr früh auf, da Meliana auch zur Arbeit musste. Das Wetter hatte sich zumindest etwas verbessert, es war ein bißchen weniger schwül, es war bewölkt und Regen wurde auch vorhergesagt. Tags zuvor hatte ich noch Susan angerufen, die mich von South Melbourne aus abholen würde. Was für ein Goldstück, ich habe mich überschwänglich bedankt. Mit nun fast 30 kg Gepäck bei der Hitze sich durch Melbournes Nahverkehr kämpfen ist kein Spaß! Vorher aber fuhr ich noch einmal in die Stadt um letzte Sachen zu erledigen. Um 12 war ich mit Meliana zum Lunch verabredet und dann hieß es Abschied nehmen. Sie wird hoffentlich diesen Sommer nach Deutschland kommen, vielleicht klappt das ja!

Danach ging es mit der Straßenbahn zurück, um final meine sieben Sachen zu packen. Um 14.30 Uhr klingelte dann auch das Handy und Susan erwartete mich mit ihrem neuen VW. Mit ihr fuhr ich dann praktisch meine alte Busroute zurück nach Maidstone, wo ich fast ein Jahr gewohnt hatte. Nichts hatte sich verändert, alles war beim alten. Selbst die Kakadus saßen noch in ihrem Baum vor „meinem“ Haus. Im Haus selbst war einiges anders. Susan und Ernest hatten ja 2 Wochen nach meiner Abreise 2010 geheiratet und Susan hatte große Portraitfotos an den Wänden. Sie zeigte mir die Bilder der Hochzeit, bei der ich so gerne noch dabei gewesen wäre. Wir tauschten auch Bilder aus, Susan war sehr an meinem vergangenen Outbacktrip interessiert und ich Susans Tour auf der Great Alpine Road.

Wir vergaßen die Zeit und erst gegen 17.45 Uhr (Abflug war 20.30 Uhr) fuhren wir Richtung Flughafen, irgendwie unterschätzten wir auch den Verkehr und es kommt, wie es kommen musste: wir standen im Stau. Um 18.30 Uhr erreichten wir erst das Terminal und obwohl die Zeit drängte, verabschiedete ich mich noch ausgiebig von Susan. Ernest und sie waren wir immer eine große Stütze und ich freue mich schon sehr auf meinen nächsten Melbourne-Besuch!

Also, nach der Verabschiedung bin ich dann doch zum Schalter gespurtet, ich musste einfach nur den Chinesen zu folgen ;)! Aufgrund, dass ich erst so spät ankam, bekam ich leider keinen Gangsitz mehr, ich hoffte, ich würde den 11 Std langen Flug nach Peking gut überstehen. Meine Wintersachen wurde im großen Rucksack gebunkert, die ich dann rechtzeitig in Frankfurt wieder anziehen würde, DAS würde sich noch als Fehler erweisen. Der Flug nach Peking war ganz okay, das Bordentertainment war vorhanden, nur fühlte ich mich etwas eingequetscht zwischen den zwei männlichen Chinesen neben mir!  Essen war auch okay UND ich konnte sogar schlafen, fast 6 Stunden schlief ich durch, das ist neuer Rekord für mich. Bei der Landung in Peking kündigte der Kapitän nur -5 Grad an, brrrr. Und auf diesen Flughafen würde ich die nächsten 9 Stunden verbringen!

Der Peking-Transfer war völlig anders als in Shanghai. 1. man durfte den Transfer-Bereich nicht verlassen, 2. das Gepäck wurde bereits durchgecheckt nach Frankfurt und 3. die Sicherheitskontrollen erfolgten stündlich (ohne Witz). Nun werdet ihr denken, wie schlägt man 9 Stunden auf dem Peking Airport tot und friert sich dabei den Arsch ab. Ja, ihr lest richtig, falls irgendjemand mal über Peking fliegt und es ist Winter, die Daunenjacke bitte nicht vergessen, der Flughafen wird nur spärlich beheizt! Ich fror die meiste Zeit, da ich  nur einen Fleecepulli anhatte. Naja ich verbrachte die Zeit mit: Lesen (Game of Thrones… immer noch!), Musik hören (ich kenn die neuen Coldplay-Songs jetzt auswendig) und schlafen (ganze 2 Std). Ich hatte von einer Kollegin Adapterstecker für China bekommen und konnte den Rest der Zeit mit Filme gucken verbringen. Ich blickte in einige neidische Gesichter, die auch im Transit saßen und nach Frankfurt wollten. Unterbrochen wurden die 9 Stunden von chinesischen Sicherheitsbeamten, die fast alle Stunde vorbeikamen und nach Reisepass und Bordkarte fragten, sehr nervig!

Dann gings es endlich endlich um 14 Uhr weiter. Boarding war angesagt und das Flugzeug war so leer, das fast jeder Passagier eine 3er Reihe für sich hatte, perfekt um 9 Stunden nach Deutschland durchzudösen! Von wegen! Mein altes Problem des Nichtschlafens während des Fliegens tauchte wieder auf und so war ich fast 7 Stunden wach und spielte irgendwelche Spiele mit dem  Bordentertainment. Um 16.30 Uhr eine Stunde eher, als ich dachte, landete die Maschine endlich in Frankfurt. Ich musste meine Eltern anrufen und ihnen mitteilen, dass ich schon da wäre, was es den Prozeß natürlich nicht beschleunigte, da sie ja erst losfahren mussten.

Die Zeit, die ich überbrücken musste, ging komischerweise schnell um. Warum? Hmmm, erst einmal wurde alle Leute aus unserer Maschine gleich am Gate gecheckt, ob sie das richtige Visa im Pass hatten, die Chinesen natürlich, die „Weißen“ wurden weiter gewunken. Trotzdem muss man da etwas warten, bis man den Flieger verlassen konnte. Dann musste ich etwas länger auf das Gepäck warten, ich dachte schon, es wäre verlorengegangen, aber da kam es endlich, das drittletzte, puh Schwein gehabt! Anschließend musste ich durch den Zoll. Normalerweise, wenn ich in Frankfurt ankomme, sitzt nie jemand im Zollhäuschen, dieses Mal aufgrund des Air China Fluges wurde jeder aus diesem Flieger gefilzt. Ich mogelte mich durch den Zoll, indem ich einen der Beamten sagte, ich müsste zum Zug und ich käme aus Australien. Das half anscheinend, jipiieh!

Es dauerte etwas bis ich meine Eltern fand. Tja, ein Handykauf wäre mal ne gute Idee, ich wartete 30 Minuten draußen bei – 5 Grad Außentemperatur. Meine Eltern warteten drinnen, arrggghh! Dann ging es wieder zurück nach Würzburg und erst einmal ins Bett. Bilder gibt es HIER.

So, das war´s mal wieder, hoffe der Eintrag hat euch gefallen.

Meine nächsten Reisepläne sind schon ziemlich konkret: An Pfingsten geht es für 9 Tage nach Galway, Irland um Eithne zu besuchen und höchstwahrscheinlich im Dezember zur Premiere des Hobbitfilms nach Neuseeland.

Zwischendurch wird es natürlich auch ein paar Einträge geben, versprochen!

Schöne Grüße

Katrin

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Katrin reist durch die Welt

Reisetagebuch über meinen Alltag in Neuseeland, Australien und Kanada

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