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Posts Tagged ‘Killing Fields’

Hallo Ihr Lieben,

ich bin seit einer Woche schon wieder zu Hause, komme erst jetzt dazu den Blog zu schreiben, Bilder sind schon online auf Picasa, enjoy

15. September 2012: Phnom Penh und der Mekong

Unterkunft: Royal Inn Hotel

Da war ich nun: müde und übernächtigt in Bangkok. Der Flug mit Thai Airways war nicht schlecht und ich konnte mich gut mit dem Entertainmentsystem beschäftigen. Jetzt hatte ich nur 1.5 Stunden für meinen Anschlussflug nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Dummerweise wurde ich erst zum falschem Gate geschickt und musste dann gefühlt durch den halben Flughafen spurten um zum richtigen Gate zu kommen.

Nach einer weiteren Stunde Flugzeit landete ich dann in Phnom Penh. Unser Hotel, das Royal Inn, bot einen Flughafentransfer an und so hielt ein kleiner Kambodschaner im Ausgangsbereich ein Schild mit Katjas Namen hoch. Die Immigration ging am Flughafen relativ schnell. Katja und ich hatten ein so genanntes eVisa beantragt, es ausgedruckt und einfach vorgelegt und fertig. Die Fahrt zum Hotel war etwas abenteuerlich. An den Verkehr in asiatischen Städten muss man sich erst einmal gewöhnen. Tuk Tuks, Motorräder und Autos sind überall und halten sich nicht wirklich an Verkehrsregeln, wenn man mal von Ampeln absieht. Der Fahrer war nicht wirklich gesprächig, genauer gesagt, sagte er gar nix. Dabei hatte ich Gegenteiliges von Katja gehört. Später stellten wir fest, dass wir wohl unterschiedliche Fahrer hatten, die beide auf dem Namen Mr. Lee hörten.

Angekommen in unserem geräumigen Hotelzimmer, sprang ich gleich mal unter die Dusche und versuchte etwas zu schlafen… vergeblich, eine halbe Stunde später klopfte schon Katja an der Tür, die gerade aus Kampot ankam. Und da man ja überhaupt nicht tagsüber schlafen sollte, und um den Jetlag vorzubeugen, scheuchte mich Katja gleich auf und schon ging es los mit dem Tuk Tuk in die Stadt. Tuk Tuk sind Mopeds, die an einen Aufhänger gekoppelt sind, normalerweise bietet es Platz für 2-4 Personen, es ist nicht besonders schnell, bringt einen aber irgendwann ans Ziel. Der Russian Market war unser erstes Ziel und ich wurde gleich mal hineingeworfen in die bunte asiatische Welt. Auf dem Markt gab es sprichwörtlich alles zu kaufen, wir waren natürlich an den Souvenirs interessiert und so wurde gleich schon Kühlschrankmagneten und bequeme Asia-Hosen gekauft. Während des Mittagessens machte ich das erste Mal Bekanntschaft mit der Regenzeit bzw. den enormen Mengen an Regen, die innerhalb kurzer Zeit fielen. Der Regen würde uns in den nächsten Tagen/Wochen auf jedem Fall noch erhalten bleiben.

Am Abend ging es dann zum Mekong. Direkt an der Flußpromenade liegt auch der Königspalast und das Museum. Beides wunderschöne Pagodenbauten. Den Palast würden wir bei unserer morgigen City-Tour besuchen. Wie ich schon auf dem Market feststellte, wirst du als Tourist natürlich sofort erkannt und man versucht dir sofort irgendwas anzudrehen. Sei es ein Tuk Tuk, Tücher, Klamotten oder… Bootstouren. Da wir sowieso planten eine Mekong-Cruise zu machen, sagten wir dem lautesten Verkäufer zu und starteten zu unser einstündigen Mekong-Tour. Das Boot war alt und würde dem TÜV definitiv nicht standhalten. Was solls bzw. was soll man anders erwarten? Rechtzeitig zum Beginn der Cruise begann es wieder zu regnen und der Captain beschloss uns mit dem neuesten kambodschanischen Techno zu beschallen, sehr romantisch. Nichtsdestotrotz war die Fahrt auf dem Fluss recht schön und man konnte sich einen guten Eindruck von der Stadt machen. Langsam schlug der Jetlag bei mir zu und so ging es dann zurück zum Hotel, wo wir noch einmal die City-Tour für morgen bestätigten. Uns stand für den ganzen Tag unser persönlicher Fahrer zur Verfügung, der auch unser Tour-Guide sein sollte.

16. September 2012: Einblick in die traurige Vergangenheit Kambodschas

Um 9 Uhr begann unsere City-Tour, die wir uns eigtl ganz anders vorstellten. Wir zahlten 20 $ pro Person und erwarteten natürlich auch einen Tour-Guide, der Katja auch zugesichert wurde, als sie vor 5 Tagen in Kambodscha ankam. Leider wurden wir enttäuscht. Mein nicht gesprächiger Fahrer von gestern war unser „Guide“ für den Tag, der, wie schon vermutet, so gut wie kein Englisch sprach. Als wir einstiegen, fragte er uns auch gleich wo wir hinwollten. Ganz ehrlich von einer „City-Tour“ hatten wir uns beide mehr erwartet. Eine Tour heißt  für mich eigentlich, dass der Guide sagt, wo wir zuerst hinfahren und nicht die ortsunkundigen Touristen. So wollten wir zuerst das „Toul Sleng Genocide Museum“ oder „S21“ besuchen, das Foltergefängnis der Roten Khmer. In den 70er Jahren fand in Kambodscha ein Völkermord statt. Der Diktator Pol Pot ließ 3 Millionen Menschen seines eigenen Volkes umbringen. Warum? Er wollte einen Staat haben, in dem die Bevölkerung niedrig gebildet war und keine Widerworte gab. Der ganzen traurigen Geschichte kann man bei Tante Wiki nachlesen.

Das S21 war dummerweise noch nicht geöffnet, es war erst 9.30 Uhr. Alternativ ließen wir uns von unserem stummen Fahrer zum Royal Palace bringen. Kambodscha ist zwar offiziell ein Königreich, jedoch residiert König Norodom nicht mehr im Königspalast. Wie auch immer. 6 $ Eintritt für den Palast waren auf jedem Fall gerechtfertigt. Neben den Palast selbst gab es noch den Thronsaal zu sehen, den Palast der Königin, sowie die Silberpagode. Wirklich prachtvolle Gebäude, die gerade teilweise auch restauriert werden. Das Wetter spielte dieses Mal mit, der Himmel war bedeckt, aber es regnete nicht.

Unser Fahrer erwartete uns schon am Ausgang und machten uns auf zu den Killing Fields. Ein geschichtsträchtiger Ort, Choeung Ek, ist einer von vielen Orten Kambodschas, wo Massengräber gefunden wurden. Bis zu 17.000 Menschen wurden hier hingerichtet. Da die Fields ca. 15  km außerhalb von der Stadt lagen, dauert die Fahrt dahin gute 30-40 Minuten. Unser Fahrer nutzte ein paar ähm… komische Abkürzungen, wo wir dann gleich mal die „Slums“ von Phnom Penh zu sehen bekamen. Ich war teilweise schockiert, wie die Menschen hier leben: ohne Kanalisation (das erledigt der Fluss), in Bretterbuden hausend.

Endlich angekommen in Choeung Ek, bekamen wir am am Eingang ein Abspielgerät mit Headset zum Umhängen. Zu jedem Ort, der mit einer Nummer gekennzeichnet war, wurde dann die einzelnen Geschichten dieses grausigen Ortes erzählt. Wirklich sehr gut gemacht und ich hatte wirklich einen Kloß im Hals und Tränen im Augen. Das Rote Khmer-Regime mit Pol Pot an der Spitze war einfach menschenverachtend und schrecklich. Kaum zu glauben, dass Pol Pot nach seiner Absetzung im Jahr 1979 ein recht geruhsames Leben in Thailand führte und im gesegneten Alter von 84 Jahren eines natürlichen Todes starb. Für das grausame Massaker an 3 Millionen Kambodschanern wurden bis jetzt nur einzelne Personen zur Verantwortung gezogen. Unglaublich!

Anschließend sind wir dann noch zum „S21“ gefahren. Das Foltergefängnis der Roten Khmer mitten in Phnom Penh. Dort gab es eine Ausstellung, in dem Fotos von allen Hingerichteten aufgestellt waren. Wirklich sehr bewegend. Außerdem lagen Bücher aus, in dem Überlebende über ihre Zeit im Gefängnis berichteten und wie sie dem Tode entkommen waren. Es war wirklich ein bewegender Tag für uns und natürlich mussten wir das Ganze einmal sacken lassen. Am Ende unserer „City-Tour“ fuhr uns der Fahrer noch zum „Mekong Express“, ein Busunternehmen, das uns morgen nach Siem Reap schippern sollten. Und schon war unser letzter Abend in Phnom Penh angebrochen mit freudiger Erwartung, was noch kommen sollte, die Wunder von Angkor Wat.

17. September 2012: Eine lange Fahrt durch das überflutete Kambodscha
Unterkunft: King Angkor Villa, Siem Reap

Es ging früh raus für uns, um 8.30 Uhr ging unser Bus nach Siem Reap und natürlich sollte man pünktlich dort sein, also die Rucksäcke gepackt und ab in das nächste Tuk Tuk. Die Fahrt würde rund 6-7 Stunden dauern für 315 km. Ihr könnt euch denken, dass die Straßenverhältnisse entsprechend schlecht sein müssen. Die erste Teilstrecke führte uns durch die Vororte Phnom Penhs und am breiten Schwemmland des Mekong vorbei. Da war die Straße immerhin asphaltiert. Das änderte sich als wir ca. 50 km auf schlimmer Dirtroad fuhren. Ich wollte erst Schotterstraße schreiben, aber in Kambodscha gibts ja gar keinen Schotter. Als wir auf dem Highway 6 bogen wurde Straße dann wieder besser, normaler Asphalt bis Siem Reap, aber teilweise recht abenteuerliche Fahrweisen unseres Busfahrers und anderer Verkehrsteilnehmer, da macht man am besten die Augen zu.

Die Fahrt führte uns weitestgehend durch die Flutgebiete von Mekong und Tonle Sap River. Während der Regenzeit breiten sich beide Flüsse auf ein Vielfaches aus und halb Kambodscha steht dann unter Wasser. Die Leute sind aber natürlich darauf vorbereitet, die meisten Häuser stehen auf Pfählen. Gegen 15.30 Uhr erreichten wir Siem Reap im Regen und wurden von dem hoteleigenen Tuk Tuk-Fahrer abgeholt.

Tom, der Besitzer der „King Angkor Villa“ begrüßte uns ganz herzlich und wir bezogen erst einmal unser Zimmer. Dummerweise hatten wir ein Problem mit der Klospülung und daraufhin war unser Bad mit dem Großteil der männlichen Angestellten unseres Hotels bevölkert (plus Kleinkind) um das Problem zu lösen. Leider umsonst, der Klempner musste ran und wir zogen in ein anderes Zimmer um.

Wir zogen erst einmal los in die Innenstadt, welche nur 3 Minuten Fußweg weg war. Wirklich sehr praktisch und ein bißchen ärgerlich für all die Tuk Tuk Fahrer, die uns immer freudestrahlend fragten, ob wir eine Fahrgelegenheit brauchten. Sorry guys, brauchten wir nicht und in den nächsten 5 Tagen würden wir diese Frage gefühlte 100 Mal hören.
Wir organisierten außerdem unseren Transport für die nächsten Tage. Wir hatten unser persönliches Tuk Tuk mit Fahrer. Mr. X wie wir ihn nannten, verstand zwar leider kein Englisch, aber er würde uns die nächsten 3 Tage durch die Gegend tuckern. Ja, ihr hört richtig, wir brauchten drei Tage für die weitläufigen Tempelanlagen des Angkor Archaeological Park.
Tag 1 würde erst einmal von der Hauptattraktion des Parks eingenommen werden: das weltberühmte Angkor Wat und sein Tempelbruder Angkor Thom. Ich freute mich schon riesig darauf, ein Lebenstraum von mir würde damit in Erfüllung gehen.

18. September 2012: Erster Tag im Angkor Archaeological Park: Man sieht den Wald vor lauter Tempeln nicht!

Eines kann ich Euch schon jetzt sagen, dieser Urlaub war geprägt vom frühen Aufstehen und das Früheste von allem war der erste Tag in Angkor Wat. Um 4.30 Uhr morgens saßen wir schon im Tuk Tuk auf dem Weg zum Nationalpark. Zusammen mit anderen Tuk Tuks. Warum werdet ihr jetzt fragen. Tja…in Angkor Wat geht die Sonne genau hinter dem Tempel auf und das ist natürlich wunderschön für Fotos, sagt man. Beim Parkeingang muss man erst einmal die 40 Dollar für 3-tägigen Eintritt löhnen. Es war wirklich noch stockdunkel, als wir Angkor Wat erreichten. Sofort nachdem wir das Tuk Tuk verlassen hatten, wurden wir erst einmal wieder von Straßenverkäufern umringt, Kaffee, Bücher und Frühstück wurden uns dargeboten. Katja wollte Kaffee holen, das sie die einzige Taschenlampe besaß, stand ich also da … im
Dunkeln… umringt von Verkäufern. Nach gefühlten 30 Minuten kam Katja dann wieder mit dem Kaffee, nen Buch… und unzählige Riel (kambodschanische Währung) leichter. Das mit der genauen Umrechnung hatten wir noch nicht im Griff und Katja zahlte erheblich mehr für ihren Kaffee und Buch.

Angkor Wat wurde im späten 12. Jahrhundert vom Khmer-König  Suryavarman II erbaut und ist umringt von einem 10 Meter breiten Kanal, über die Brücke erreicht man dann den äußeren Wall mit dem großen Tor, danach läuft man auf einem breiten Weg vor zum eigentlichen Tempel.

Zahlreiche andere Touristen hatten sich schon positioniert am inneren Teich, wo sich der Tempel im Wasser spiegelt. Dann hieß es … Warten. Warten auf den Sonnenaufgang, der völlig unspektakulär verlief, denn der Himmel war bewölkt und die Sonne ließ sich nicht blicken. Außerdem hatten wir ziemlich bescheuertes Fotolicht. Aber was will man machen?

Naja einfach nicht verzagen! Also ging es los mit der Besichtigung von Angkor Wat. Zuerst den inneren Wall, dann die Tempelgänge und dann schließlich die Türme. Um das obere „Stockwerk“ zu besichtigen, mussten wir rund eine Stunde warten, die Treppe nach oben wurde erst um 7.30 Uhr geöffnet. Langsam aber sicher wurde der Himmel immer dunkler und gerade als wir oben bei den Türmen waren, begann es wie aus Eimern zu regnen. Die Regenzeit hatte es uns fest im Griff. Da nützte auch alles nichts, also den Regenumhang ausgepackt (mit Milford Sound-Aufdruck) und weiter ging es.

Gegen 8.30 Uhr und ziemlich durchweicht (nein nicht vom Regen, sondern vom Schweiß!), gingen wir auf das Angebot des Straßenhändlers „Rambo“ ein. Am Tisch „Rambo“ bestellten wir dann Pfannkuchen mit Früchten zum Frühstück. Zurück am Tuk Tuk war unser Fahrer sehr aufgebracht, ein anderer Tuk Tuk Fahrer übersetzte und meinte, dass unser Fahrer sehr besorgt war und befürchtete uns verloren zu haben, weil wir 4.5 !!! Stunden in Angkor Wat waren. Wir mussten ihm erst einmal erklären, dass wir gerne und viel fotografieren, dann war alles gut :).

Das Tuk Tuk setzte sich wieder in Bewegung durch das South Gate zu Angkor Thom. Angkor Thom ist als neue Hauptstadt des Khmer-Reiches im 12. Jahrhundert gebaut worden und  besteht aus 6 Einzeltempeln. Der Haupttempel und wohl einer der bekanntesten Tempel in Angkor Thom ist Bayon, der Tempel der 1000 Gesichter. Der Regen hatte sich leider noch nicht verdünnisiert und so fanden unsere Regenumhänge einen neuen Einsatzort. Zu meiner Überraschung sah ich auch den ersten Elefanten in freier Wildbahn (naja richtig frei war er nicht). Was kann man über Bayon sagen? Einfach nur: WOW! In den unzähligen Türmen sind überall Gesichter eingemeißelt. Bayon ist ein buddhistischer Tempel, die vielen Gesichter sollen dem König Suryavarman II ähnlich sehen. Der Regen nahm langsam ab und als wir zurück zum Tuk Tuk gingen, nieselte es nur noch.

Nächste Station und nur 300 Meter entfernt, ist die „terrace of the Elephants“, der Baphuon-Tempel, den man nicht betreten konnte sowie der Phimeanakas-Tempel. Wider Erwarten klarte das Wetter auf und uns gelangen tolle Aufnahmen von der Terrasse und dem Phi-Tempel. Bevor es für uns dann weiter ging, hatte Mr. X seine wohl verdiente Pause und wir genossen eine frische Kokosnuss.

Weitere Highlights kamen jetzt Schlag auf Schlag, die Tempel Thommanon und Chau Say, etwas kleinere Nebentempel. Ta Keo war wieder etwas größer und richtigen steilen Treppen nach oben. Mir war das nicht ganz geheuer und ich traute mich nicht ganz nach oben im Gegensatz zu Katja. Wenigstens hatten wir Sonnenschein und die unerträgliche Hitze hatte uns wieder und trocknete auch unsere T-Shirts, sehr praktisch.

Die nächste Station war mein persönliches Highlight für diesen Tag war Ta Prohm, der Dschungeltempel. Er ist wohl nach Angkor Wat das bekannteste Fotomotiv. Ta Prohm war während der Khmer-Herrschaft ein Kloster. Mit angrenzenden Dörfern, lebten dort fast 80.000 Menschen. Dort wachsen die Bäume in die Tempel hinein, was einfach nur genial ausschaut. Leider hatten uns dort die Touristenströme eingeholt und es war entsprechend schwer, Fotos ohne Leute zu schießen.

Nach Ta Prohm wurden wir vom Tempel-Overload befallen und da es auch schon 17 Uhr war, fuhren wir anschließend zurück nach Siem Reap. Genug getempelt für heute! Abends ging es für uns auf den Night Market, der cirka 5 Fußminuten vom Hotel entfernt war. Neben reichlichen Souvenir-Einkäufen (plus eine bequeme Asienhose in XL) gönnten wir uns eine Fußmassage für 2 Dollar. In der Pub-Street gibt es verschiedene Restaurants, die sowohl lokale als auch westliche Gerichte anboten. Das Red Piano machte wirklich einen vorzüglichen Salat.

Morgen würden wir dann die äußeren Tempel des Angkor NP besuchen.

19. September 2012: Zweiter Tag im Angkor Archaeological Park: Hilfe, wir sehen doppelt!

Guten Morgen liebe Sorgen! Es regnete mal wieder und so änderten wir kurzfristig unser Tagesplanung: Erst Massage, dann Tempel! Es gab ca. 100 Massagesalons zur Auswahl, in meinem Reiseführer stand, man sollte als Frau auf jedem Fall sagen, dass man eine „non-sexual“ Massage wollte. Wir buchten beide eine Ganzkörpermassage für 6 Dollar für 60 Minuten. Wir wurden in den 1. Stock gebeten und sollten uns umziehen und die Massageklamotten anziehen, das scheiterte schon bei mir, ich war zu groß dafür und da es nur „one size“ gab, musste ich mein T-Shirt anlassen. Ganz ehrlich, ich würde mich nicht mehr massieren lassen am ganzen Körper. Irgendwie war das merkwürdig. Versteht mich nicht falsch, es hat mir schon gut getan, aber auch komisch. Da Katja und ich auch etwas breiter waren, gab es auch ständig Kommentare von den beiden Damen, meistens auf kambodschanisch… Naja wie auch immer, gut getan hatte es auf jedem Fall und nach dem Mittagessen ging es dann auf zum „Great Circuit“ im Angkor NP.

Der erste Tempel auf der heutigen Liste war Preah Khan, der ähnlich wie Ta Prohm angelegt ist. Es ist ebenfalls ein buddhistischer Tempel und ist ein Ahnentempel zur Erinnerung an den Vater von  König Jayavarman VII. Wie Ta Prohm wachsen Bäume in die Tempelanlage, um das Gebäude herum wurde ein Wassergraben angelegt. Wir verbrachten sehr viel Zeit dort und kauften von einem Straßenverkäufer ein Gemälde, einen so genannten Tempelabdruck.

Mit dem Tuk Tuk ging es nur ein paar Kilometer weiter zum nächsten Tempel. Irgendwie hatten wir ein Deju-vu, ebenfalls wie Preah Khan besaß dieser Tempel einen Rundteich, auch im Inneren war ziemlich viel ähnlich. Wie kann es sein, dass in einem anderen Tempel ein Baum genauso wächst wie in dem zuvor???? Erst nach 20 Minuten ging uns ein Licht auf, dass wir uns wieder in Preah Khan befanden, wir benutzten nur einen anderen Eingang! Naja nach all den Tempeln, die wir schon gesehen hatten, hatten wir das beinahe nicht bemerkt. Also suchten wir den vermeintlich, richtigen Ausgang… und kamen am falschen Ende wieder heraus, nach einem 10 minütigen Gewaltmarsch hatten wir unser Tuk Tuk wieder erreicht.

Durch diesen Ausflug hatten wir wertvolle Zeit verloren, da die Sonne hier schon um 18 Uhr unterging und der Park um 17.30 Uhr schloss. Also ging es schnell weiter zur Tempelinsel Neak Pean, die wirklich nichts besonderes war. Nur ein endloser langer Steg durch die Schwemmgebiete und ein kleines Tempelchen. Die Zeit drängte und am Eingang des Ta-Som-Tempels sagte uns der Eintrittskontrolleur, wir hätten nur noch 20 Minuten für die Anlage. Wir spurteten durch das Tor, verfolgt von 2 kleinen Mädels, die uns ihre Postkarten verkaufen wollten. Nach geschätzten 10 Minuten ununterbrochener Anpreisung der Postkarten inklusive deutschem bis-Zehn-zählen kauften wir ihnen die Karten ab und wir konnten endlich in Ruhe fotografieren.

Nach genau 20 Minuten waren wir wieder am Tuk Tuk und Mr. X gab Gas zum nächsten Tempel: East Mebon. Da stand komischerweise kein Kontrolleur, also hoch auf den Tempelberg. East Mebon ist dem hinduistischen Gott Shiva gewidmet und ist aus dem 12. Jahrhundert. Lange verweilen konnten wir dort nicht, denn die Zeit saß uns im Nacken. Das Tuk Tuk wartete schon und fuhr uns zurück in die Stadt. Vorbei an den Dörfern in der Umgebung der Tempel, diese stehen zur Regenzeit sehr oft unter Wasser, nichtsdestotrotz werden natürlich die Reisfelder bewirtschaftet. Mit den Touristen haben sie zusätzlich ein einträgliches Geschäft.

20. September 2012: Dritter Tag im Angkor Archaeological Park: Langsamer Tempel-Overload

Der Tag begann sehr vielversprechend, Sonne und blauer Himmel, das musste ausgenutzt werden! Heute ging es zu den entlegeren Tempeln, cirka 12 km von Siem Reap entfernt, der Roluos Group. Diese besteht aus 3 Tempeln, von denen wir allerdings nur 2 besichtigen konnten. Unser Tuk Tuk Fahrer hatte ganz schön zu schaffen, ist halt schon was anderes auf dem normalen Highway dahinzutuckern statt im Angkor NP und wir haben verdammt viel Staub geschluckt!

Der erste Tempel des Tages war Preah Ko. Er wurde im Jahr 859 von König  Indravarman I errichtet um seine Königsfamilie zu ehren. Er besteht aus 3 Türmen in einem weitreichenden Park. Für uns begann wieder die Fotowut und wir mussten uns beeilen. Die japanische Invasion begann in Form von einem großen Reisebus, es war verdammt schwierig Bilder zu schießen ohne dass Touristen darauf waren.

Weiter ging es zu der größten Anlage: Bakong und YES, wir hatten die Japaner überholt, tschakka! Bakong ist eine gigantische Anlage, umgeben von einem breiten Wassergraben. Neben dem alten Tempel steht auch „nagelneuer“ buddhistischer. Es ist ein Tempelberg, das hieß viele viele Stufen und wir wurden verfolgt… von den Japanern und von Straßenverkäufern bzw. von Kindern, es gab neue Postkarten! Nach der Anstrengung in der Hitze die Stufen raufzuschnaufen, hieß es dann die Kinder abzuhängen, was nicht einfach war…! Bakong ist einer der schöneren Tempel würde ich sagen, bei mir stellte sich langsam aber sicher Tempel-Overload ein. Und wer kann es einen verübeln, nach 3 Tagen im alten Khmerreich?

Da das Wetter einfach toll war, entschieden wir uns dann noch einmal zu Angkor Wat zu fahren. Unser Fotoausbeute von dort war zwar reichlich, aber wer möchte nicht gerne Fotos von den Türmen mit Sonne und paar Wölkchen? Also ging es durch den Staub zurück nach Siem Reap und wieder hoch in den eigentlichen Angkor NP. Eine neue Fotosession stand uns bevor, Katja war mit ihrem Stativ bewaffnet und es kamen wirklich noch ein großartige Bilder dabei heraus.

Da wir bei der gestrigen Grand Tour aufgrund der späten Uhrzeit einen Tempel ausgelassen hatten, fuhren wir jetzt noch einmal den Weg ab zu Pre Rup. Gebaut im Jahre 961 von dem Khmer-König Rajendravarman. Wieder ein schöner Tempelberg mit Teich rundherum, ein so genannter Moat. Hier verbrachten wir bestimmt noch einmal 30 -40 Minuten bei strahlendem Sonnenschein und Hitze. Anschließend brachte uns das Tuk Tuk verschwitzt und staubig (gute Kombination für die Haut) zurück zum Hotel.

Nach der dringend benötigten Dusche ging es abends dann wieder auf dem Night Market Souvenirs kaufen und zum Dinner. Ich bemerkte schon am Nachmittag, dass ich heiser wurde und Halsschmerzen bekam. Na toll,  ich hatte mich erkältet :(!

21. September 2012: Ein wohl verdienter Ruhe- und Ausruhtag

Nach 6 Tagen extremster Sightseeing-Aktivitäten inklusivem frühem Aufstehen entschieden wir uns eine Pause einzulegen. Überlegungen eine Bootstour auf dem Tonle Sap Lake zu machen, ließen wir fallen, da die Reviews bei TripAdvisor sehr negativ waren. Ganz ehrlich, war auch besser so, mit mir konnte man nichts Richtiges anfangen, in der Nacht hatte sich zu den Halschmerzen auch ein Schnupfen dazugesellt. Da bei Katja die Souvenirs Überhand nahmen, suchten wir das Post Office, denn sie wollte die Sachen nach Hause schicken lassen. Leider vergeblich! Wir waren in der richtigen Straße und fanden es nicht. Naja die Post-Aktion wurde auf Saigon vertagt!

Nach dem Mittagessen gingen wir zurück zum Hotel und legte mich schlafen und Katja arbeitete an ihren Bildern und Blog. Am nächsten Tag wurde unser Flug nach Saigon gehen. Als wir online Check-In machen wollten, fanden wir heraus, dass unser Flug wohl gestrichen wurde und auf eine spätere Zeit bzw.  auf eine andere Airline verlegt wurde. Da wir uns aber nicht sicher waren, wollten wir zur planmäßigen Zeit zum Flughafen gehen.

Trotz beginnender Erkältung genossen wir unseren letzten Tag in Kambodscha und freuten uns auf eine schöne Zeit in Vietnam!

to be continued im Beitrag Vietnam

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Katrin reist durch die Welt

Reisetagebuch über meinen Alltag in Neuseeland, Australien und Kanada

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